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Versorgungsprogramme verordnen: Der Praxis-Guide für Ärzte

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Wie Sie Patienten in Programme wie GLA:D oder Herodikos Plus einschreiben — ohne Budgetbelastung und mit minimalem Aufwand.

Friederike Rohde

Friederike Rohde

15. März 2026 · 5 Min. Lesezeit

Arzt erklärt einem Patienten am Schreibtisch ein Behandlungskonzept

Sie haben von Versorgungsprogrammen nach § 140a SGB V gehört, aber fragen sich: Wie funktioniert das konkret in meinem Praxisalltag? Dieser Guide erklärt Schritt für Schritt, wie die Einschreibung abläuft — vom ersten Patientengespräch bis zur Vergütung auf Ihrem Konto.

Schritt 1: Geeignete Patienten identifizieren

Nicht jeder Patient kommt für ein Versorgungsprogramm infrage — aber deutlich mehr, als die meisten Ärzte vermuten. Grundsätzlich gilt: Patienten mit chronischen Beschwerden am Bewegungsapparat sind potenzielle Kandidaten. Rücken-, Nacken- oder Knieschmerzen bei Herodikos Plus, Knie- oder Hüftarthrose bei GLA:D.

Entscheidend ist die Kassenzugehörigkeit. Herodikos Plus wird von TK, AOK Niedersachsen, hkk, Mobil, Pronova BKK und HEK übernommen. GLA:D von BARMER, KKH, Continentale und weiteren BKKs. Ein kurzer Blick auf die Versichertenkarte genügt — oder nutzen Sie unsere Programmsuche für eine schnelle Übersicht.

Schritt 2: Patient informieren und beraten

Das Beratungsgespräch ist der wichtigste Moment. Die gute Nachricht: Sie müssen kein Verkäufer sein. Erklären Sie einfach, dass es ein spezialisiertes Therapieprogramm gibt, das von der Krankenkasse vollständig übernommen wird — ohne Zuzahlung, ohne Eigenanteil. Die meisten Patienten reagieren überrascht und interessiert.

Wichtig: Sie verordnen kein Heilmittel. Sie schreiben den Patienten in ein Versorgungsprogramm ein. Das belastet Ihr Heilmittelbudget nicht. Im Gegenteil: Sie erhalten eine extrabudgetäre Vergütung für die Einschreibung.

Schritt 3: Einschreibung durchführen

Die Einschreibung selbst dauert 5 bis 10 Minuten. Bei GLA:D unterschreibt der Patient ein Teilnahmeformular, anschließend melden Sie ihn im Onlineportal an. Daraufhin meldet sich ein zertifizierter GLA:D-Therapeut direkt beim Patienten zur Terminierung. Bei Herodikos Plus ist es noch einfacher: Der Patient scannt einen QR-Code und bucht sich seinen Ersttermin mit dem Physiotherapeuten selbst.

Den Rest übernimmt das Programm: Therapiedurchführung, Dokumentation, Fortschrittskontrolle. Ihre MFA kann die Einschreibung vorbereiten, sodass Ihre eigene Zeitinvestition minimal bleibt.

Schritt 4: Vergütung erhalten

Nach der Einschreibung erhalten Sie eine extrabudgetäre Vergütung — je nach Programm zwischen 60 und 80 EUR pro Patient. Die Abrechnung erfolgt direkt über ein Online-Portal und wird direkt an Ihr Praxiskonto ausgezahlt. Die Kassenärztliche Vereinigung ist nicht involviert. Das bedeutet: kein Regressrisiko, keine Budgetbelastung, keine Wirtschaftlichkeitsprüfung.

Bei 10 Einschreibungen pro Monat ergibt sich ein Zusatzeinkommen von 7.200 bis 9.600 EUR im Jahr. Und das bei einem Aufwand von insgesamt 2 bis 3 Stunden monatlich. Mit unserem Potenzialrechner können Sie Ihr individuelles Potenzial berechnen.

Was passiert nach der Einschreibung?

Ihr Patient wird vom Programm kontaktiert und in die Therapie aufgenommen. Bei Herodikos Plus startet die App-gestützte Behandlung mit Video-Physiotherapie innerhalb weniger Tage. Bei GLA:D beginnt das neuromuskuläre Gruppentraining in einer zertifizierten Praxis in der Nähe.

Sie als Arzt bleiben informiert: Am Ende der Therapie erhalten Sie einen Abschlussbericht. Ihre Patienten kommen zufriedener zurück — und empfehlen Ihre Praxis weiter.

Die häufigsten Bedenken

Belastet das mein Budget? Nein. Versorgungsprogramme nach § 140a SGB V sind extrabudgetär. Ist der Aufwand zu hoch? Nein. Die Einschreibung dauert wenige Minuten und kann von der MFA vorbereitet werden. Verliere ich den Patienten? Nein. Der Patient bleibt Ihr Patient. Das Programm ergänzt Ihre Behandlung, es ersetzt sie nicht.

Fazit: Einfacher als gedacht

Die Einschreibung in Versorgungsprogramme ist kein bürokratisches Monster. Es ist ein schlanker Prozess mit großem Mehrwert — für Ihre Patienten und für Ihre Praxis. Vier Schritte, 15 Minuten, kein Budgetrisiko. Und am Ende steht eine bessere Versorgung, die sich auch wirtschaftlich lohnt. Alle Details finden Sie auf unserer Seite für Ärzte.

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Friederike Rohde

Friederike Rohde

Gründerin von Uplevel Network. Über 15 Jahre Erfahrung in der medizinischen Praxis. Expertin für Heilmittel, Digitalisierung und Umsatzsteigerung.